Die menschlichen Hände sind außergewöhnliche Körperteile, mit denen wir unsere Welt jeden Tag auf neue „begreifen“. Sie sind Werkzeuge, die wir für zahllose Tätigkeiten wie selbstverständlich einsetzen. Ihr komplexer Aufbau ist ein erstaunliches Werk der Natur: Das ungestörte Zusammenspiel der zahlreichen anatomischen Strukturen der Hand ist kompliziert und keinesfalls selbstverständlich.
Erkrankungen und Verletzungen der Hände können ihren Gebrauch ganz erheblich beeinträchtigen. Wir Handchirurgen sind Ihre Experten bei der Untersuchung und Behandlung dieser Beeinträchtigungen.
Welche Erkrankungen behandeln wir?
Bei diesem Beschwerdebild wird der Mittelnerv im Handgelenk eingeengt, was zu Schmerzen sowie unangenehmen Taubheitsgefühlen in den Fingern führt.
Eine entzündliche Verdickung der Beugesehne verhindert das reibungslose Gleiten durch das Ringband, wodurch der Finger ruckartig in die Streckung springt.
Diese gutartige, flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide tritt meist am Handgelenk auf und kann bei Belastung Schmerzen verursachen.
Diese schmerzhafte Einengung der Sehnen am Daumensattelgelenk entsteht durch eine Entzündung des ersten Strecksehnenfachs infolge von zu großer Belastung bzw. Überlastung.
Eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche führt zur Bildung von Knoten und Strängen, welche die Streckfähigkeit der Finger einschränken.
Dieser verschleißbedingte Gelenkknorpelabbau im Daumensattelgelenk verursacht belastungsabhängige Schmerzen sowie eine Kraftminderung beim Greifen und Halten.
Im Detail erklärt:
01
Karpaltunnel-Syndrom
Sie haben bereits Symptome? Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit uns und wir helfen Ihnen.
Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv der Hand (Medianusnerv) im Karpaltunnel eingeengt, was zu Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schwäche in den Fingern führen
kann. Der Karpaltunnel ist ein Engstelle am Handgelenk aus Bindegewebe und Knochen, durch die Medianusnerv und Beugesehnen gemeinsam in Richtung der Finger verlaufen.
Ursachen:
Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom können beispielsweise Verletzungen, Überbeanspruchung, Verschleiß, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Schwangerschaft sein.
Typischerweise treten die Symptome schleichend auf und können schlimmer werden, wenn die Hand über längere Zeit belastet oder in einer bestimmten Position Gehalt wird. Oft machen
sich die Beschwerden nachts bemerkbar.
Diagnose:
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls durch elektrophysiologische Tests, um die
Funktionsweise des Nervs zu überprüfen. Die Behandlung kann von der Vermeidung von Überbeanspruchung über entzündungshemmende Medikamente, physikalische Therapie und spezielle Dehnungsübungen bis
hin zu chirurgischen Eingriffen wie einer Spaltung des Karpaltunnels reichen.
Behandlungsmöglicheit:
Im frühen Stadium stehen konservative Maßnahmen im
Vordergrund. Eine Handgelenksschiene, die das Gelenk insbesondere nachts in einer neutralen Position ruhigstellt, kann die Beschwerden deutlich lindern. Ergänzend können
entzündungshemmende Medikamente die Reizung des Nervs reduzieren. Bleiben diese Maßnahmen ohne ausreichenden Erfolg oder liegt bereits eine fortgeschrittene Nervenschädigung vor,
ist ein operativer Eingriff die Methode der Wahl: Bei der Karpaltunnel-Spaltung wird das Querband des Handgelenks durchtrennt, um den Druck auf den Medianusnerv
dauerhaft zu beseitigen.
02
Schnellender Finger
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Beim schnellenden Finger, auch Schnappfinger oder Triggerfinger, besteht eine Verdickung oder Entzündung der Sehnenscheide auf der Beugeseite der Finger. Diese Verdickung kann
dazu führen, dass der Finger beim Beugen oder Strecken schmerzt, plötzlich "schnappt" oder "einklemmt". Dieser Zustand tritt häufig in den bei manueller Arbeit am meisten genutzten Fingern wie
Daumen, Ringfinger oder Mittelfinger auf.
Ursachen:
Die Ursachen für einen schnellenden Finger können unterschiedlich sein. Dazu gehören beispielsweise
Überbeanspruchung, Arthritis oder Diabetes. Die Symptome können Schmerzen, Steifheit, Schwellungen und ein schnappendes Gefühl beim Bewegen des Fingers
umfassen.
Diagnose:
Die Diagnose eines schnellenden
Fingers erfolgt meist unkompliziert durch eine körperliche Untersuchung, bei der das typische „Schnappen“ beim Strecken der Finger provoziert wird. Der Arzt
tastet dabei nach einer druckschmerzhaften Verdickung der Sehne direkt über dem betroffenen Ringband in der Hohlhand.
Behandlungsmöglicheit:
Die Behandlungsmöglichkeiten für einen schnellenden Finger können je nach
Schweregrad der Erkrankung variieren und von Entlastung, entzündungshemmenden Medikamenten, physikalischer Therapie und Dehnungsübungen bis hin zu chirurgischen
Eingriffen reichen.
Ein Ganglion, umgangssprachlich auch „Überbein“ genannt, ist eine gutartige, flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide. Es tritt meist am
Handgelenk oder an den Fingergelenken auf und kann als sichtbare oder tastbare Vorwölbung in Erscheinung treten.
Ursachen:
Die genaue Ursache ist oft unklar, meist liegt jedoch eine chronische Reizung oder eine
Schwäche des Kapsel-Band-Apparates vor. Ein Ganglion kann durch Überbeanspruchung des Gelenks an Größe zunehmen und je nach Lage Druck auf benachbarte Nerven oder Sehnen
ausüben.
Diagnose:
Die Diagnose wird meist
durch eine einfache körperliche Untersuchung und das typische Erscheinungsbild gestellt. Zur Absicherung und zum Ausschluss anderer knöcherner Veränderungen kann eine
Ultraschalluntersuchung oder ein Röntgenbild herangezogen werden.
Behandlungsmöglicheit:
Ein schmerzloses Ganglion muss nicht zwingend behandelt werden, da es sich
manchmal spontan zurückbildet. Bei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen helfen konservative Maßnahmen wie Ruhigstellung oder Physiotherapie. Führen diese
nicht zum Erfolg, ist eine operative Entfernung (Exzision) des Ganglions samt seiner Basis die sicherste Methode, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
04
Sehnen-Entzündung
Tendovaginitis de Quervain
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Die Tendovaginitis de Quervain, auch als Entzündung des ersten Strecksehnenfachs bekannt, ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnen und Sehnenscheiden, die den
Daumen bewegen. Die Erkrankung führt zu einer Einengung im Bereich des Handgelenks, was die Gleitfähigkeit der Sehnen einschränkt und typische Beschwerden beim Greifen oder Abspreizen des Daumens
verursacht.
Ursachen:
Häufigste Ursache ist eine mechanische Überbeanspruchung des Handgelenks und des Daumens,
etwa durch repetitive Bewegungen im Beruf, beim Sport oder im Alltag (z. B. durch häufiges Tippen oder das Heben von Säuglingen). Auch hormonelle Veränderungen, entzündliche Erkrankungen oder
kleine Verletzungen im Bereich des Speichenfortsatzes können die Entstehung begünstigen.
Diagnose:
Die Diagnose wird meist
klinisch durch den sogenannten Finkelstein-Test gestellt, bei dem ein gezielter Dehnungsschmerz ausgelöst wird. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung
(Sonographie) durchgeführt werden, um die Verdickung der Sehnen und die Flüssigkeitsansammlung im Sehnenfach visuell darzustellen und andere Ursachen auszuschließen.
Behandlungsmöglicheit:
In der frühen Phase steht die Entlastung im Vordergrund,
oft unterstützt durch eine spezielle Daumenschiene und entzündungshemmende Salben oder Medikamente. Lokale Injektionen von
Kortison können die Schwellung im Sehnenfach hocheffektiv reduzieren. Bei chronischen Verläufen bietet ein kleiner chirurgischer Eingriff dauerhafte Abhilfe: Dabei wird
das erste Strecksehnenfach gespalten, um den Sehnen wieder ausreichend Raum für ein reibungsloses Gleiten zu geben.
05
Morbus Dupuytren
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Der Morbus Dupuytren ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Dabei bilden sich in der Unterhaut Knoten und strangförmige Verhärtungen, die sich mit
der Zeit zusammenziehen. Dies führt dazu, dass einer oder mehrere Finger (häufig Ring- und Kleinfinger) nicht mehr vollständig gestreckt werden können und dauerhaft in einer Beugestellung
verharren.
Ursachen:
Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt, jedoch spielt die genetische
Veranlagung eine entscheidende Rolle, weshalb die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Besonders betroffen sind Männer über 50 Jahre. Begleitfaktoren wie
Diabetes mellitus oder ein erhöhter Alkoholkonsum können den Verlauf begünstigen, sind aber nicht die alleinigen Auslöser.
Diagnose:
Die Diagnose wird meist
durch eine körperliche Untersuchung und das Abtasten der typischen Knoten und Stränge gestellt. Ein klassischer Funktionstest ist der „Table-Top-Test“: Kann der
Patient die Handfläche nicht mehr flach auf eine Tischplatte auflegen, ist dies ein deutliches Zeichen für eine fortgeschrittene Kontraktur, die eine Behandlung erforderlich macht.
Behandlungsmöglicheit:
Eine
Heilung der Ursache ist aktuell nicht möglich, die Symptome lassen sich jedoch gut behandeln. Im frühen Stadium kann abgewartet werden; bei zunehmender
Streckhemmung kommen chirurgische Verfahren zum Einsatz. Die Fasziektomie ist dabei der Goldstandard: Hierbei wird das veränderte Gewebe operativ entfernt, um
die volle Beweglichkeit der Finger wiederherzustellen. Alternativ kann in bestimmten Fällen eine Nadel-Aponeurotomie (minimalinvasive Durchtrennung der Stränge) durchgeführt
werden.
06
Rhizarthrose
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Die Rhizarthrose ist ein verschleißbedingter Abbau des Gelenkknorpels im Daumensattelgelenk. Da dieses Gelenk für die enorme Beweglichkeit des Daumens und den festen Griff
verantwortlich ist, führt der Knorpelverlust zu einer schmerzhaften Reizung, die den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken kann.
Ursachen:
Die Erkrankung entsteht meist durch langjährige Belastung und eine zunehmende
Instabilität des Kapsel-Band-Apparates. Besonders häufig sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, was auf hormonelle Einflüsse hindeutet. Aber auch zurückliegende
Verletzungen (wie Brüche) oder eine genetische Veranlagung können die Entstehung der Arthrose beschleunigen.
Diagnose:
Neben der
klinischen Untersuchung, bei der oft ein Druckschmerz über dem Gelenk und ein schmerzhaftes „Mahlen“ bei Bewegung (Grind-Test) feststellbar
sind, sichert eine Röntgenaufnahme die Diagnose. Hierbei zeigt sich die Verschmälerung des Gelenkspalts sowie mögliche knöcherne Anbauten (Osteophyten).
Behandlungsmöglicheit:
Im
Anfangsstadium helfen oft konservative Maßnahmen wie stützende Daumenschienen (Orthesen), entzündungshemmende Medikamente oder gezielte
Injektionen (z. B. Hyaluronsäure oder Kortison). Wenn die Schmerzen im Alltag unerträglich werden, bietet die Chirurgie sehr erfolgreiche Lösungen: Die gängigste Methode ist die
Resektionsarthroplastik, bei der ein kleiner Handwurzelknochen entfernt und durch eine körpereigene Sehne stabilisiert wird. Alternativ kommt in bestimmten Fällen auch ein
moderner Gelenkersatz (Endoprothese) zum Einsatz.